Zur Vorgeschichte des Waldbadens

Wo liegt sein Ursprung?

Die Grundgedanken gehen wahrscheinlich viel weiter und tiefer in die Geschichte zurück als auf den offiziellen Beginn in den 1970er- und 1980er-Jahren in Japan. 

Vorläuferbewegungen des Waldbadens finden sich überall, wie ein paar Beispiele zeigen sollen.

Die Bedeutung von Natur und Wald wurde in Teilen Europas schon sehr früh erkannt.

  • Schon die Kelten (800 v. Chr. – ca. Christi Geburt), vornehmlich die Druiden (eine Gruppe von Weisen, Gelehrten, Richtern und Priestern in der keltischen Gesellschaft) praktizierten WYDA, um Körper und Geist in Einklang zu bringen und sich mit der Natur zu verbinden. 
  • Plinius der Jüngere, römischer Anwalt und Senator im 1. Jahrhundert nach Christus, stellte z.B. fest: „Dann – ringsum der Wald, die Einsamkeit und die Stille selbst, die man auf die Jagd verwendet, all das fördert mächtig das Denken“
  • Schon den Römern des Altertums diente ein Ausflug in die solitudo et silentio (Einsamkeit und Stille) der Wälder als Meditation in angenehmer Umgebung der Natur.
  • Der berühmte Philosoph der Aufklärung Jean-Jaques Rousseau (1712 – 1778) sieht ein Grundübel der modernen Zivilisation darin, dass sie sich immer mehr von der Natur entfernt. Das Hinausgehen in die Natur beschreibt er als Gelegenheit zur Besinnung auf sich selbst und fordert, die körperliche Naturkraft des Menschen zu stärken.
  • Auch für Sebastian Kneipp (1821 – 1897) war der Wald fester Bestandteil seiner Heilkunde. Das Kneipp Wald-Luftbad, ist seit damals eine Anwendung, bei der man sich der frischen Luft im Wald aussetzt, um die Gesundheit zu fördern. Es kombiniert die positiven Effekte von Bewegung, frischer Luft und der gesamten Naturerfahrung des Waldes. 

Luftbaden ist gewissermaßen die europäische Entsprechung für das asiatische Waldbaden.

NEU AM WALDBADEN ist …

eigentlich nur die Tatsache, dass Wissenschaftler, allen voran in Japan, inzwischen aber schon auf der ganzen Welt, mit nachprüfbaren Methoden untersuchen, warum der Wald uns und unserer Gesundheit so guttut. 

Seit einigen Jahren hat die Wissenschaft den Wald und seine Auswirkungen auf unsere Gesundheit als Forschungsfeld entdeckt. Fast täglich kommen neue Studien hinzu, die die unzähligen positiven Effekte des Waldes und der Natur auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden belegen, insbesondere auf unser Stresslevel. 

International ist das Waldbaden eine anerkannte Stressbewältigungsmethode. 

In einigen, hauptsächlich asiatischen Ländern, wird das Waldbaden sogar ärztlich – auf Krankenschein – verordnet.

Was zunächst vielleicht merkwürdig klingt, ist eigentlich nicht verwunderlich, wenn wir uns einmal bewusst machen, wo wir herkommen. Der Teil der Entwicklungsgeschichte, den wir in Häusern, Städten und zwischen Beton verbracht haben, ist nicht der Rede wert. Den Großteil haben wir Menschen umgeben von Wäldern, Bergen, Seen, dem Meer – eben in ganz viel Natur verbracht. Unser gesamtes System ist auf Natur ausgelegt, auf Natur programmiert und reagiert daher darauf. 

Möglicherweise wohnt heute noch ein Stück genetische Sehnsucht in uns, in die Wälder abzutauchen und uns dort eine Zeit lang zu verwurzeln.

Waldbaden bringt uns daher quasi 

BACK TO THE ROOTS

Viel Spaß beim Baden im Wald!

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